Rechtsfragen im Studium: Von A wie Auslandsaufenthalt bis Z wie Zulassung

Steht ihr auch vor der Frage, wie komme ich aus einem Fitnessstudio- oder Handyvertrag wieder heraus? Was kann ich tun, wenn es Ärger in der WG gibt? An wen kann ich mich wenden, wenn ich mit einer Benotung nicht einverstanden bin? Diese und andere Fragen tauchen vor, während und unmittelbar nach dem Studium immer wieder auf. Im neuen Rechtsratgeber Studium findet ihr Antworten auf eure Fragen, um sorgenfrei zu studieren. Wir haben mit dem Autoren des Buches ein Interview geführt:

 

I study WiWi: Hallo Herr Kaltenmark. Bevor wir auf Ihren „Rechtsratgeber Studium“, der im Frühjahr beim Nomos Verlag erschienen ist, eingehen, möchte ich Sie bitten, sich und die Mitherausgeber des Ratgebers, Fabian Heide, Joel Straub und Valentin Löffelad, kurz vorzustellen und uns zu erzählen, wie es zu der Idee kam, den Rechtsratgeber herauszugeben?

Herr Kaltenmark: Der Rechtsratgeber ist ein Projekt unserer studentischen Rechtsberatung Law&Legal e.V., die wir 2013 gegründet und inzwischen an sechs Universitätsstädten Deutschlands aufgebaut haben. Im Laufe der letzten Jahre haben wir bei der Beratung von jungen Menschen festgestellt, dass sich in der Praxis viele Fallkonstellationen, Probleme und Fragen wiederholen. In unserem Buch haben einige unserer erfahrensten Beraterinnen und Berater daher die wichtigsten Fälle anhand von Beispielen aufbereitet. Wir erklären dabei nicht nur die Rechtslage, sondern geben auch Tipps und Hinweise, wie man aus unserer Sicht in der Praxis am besten vorgehen sollte.

I study WiWi: Herr Straub, die Fälle stammen also aus Ihrem eigenen Erfahrungsbereich in der Beratungspraxis für Studierende. Wie läuft so eine Beratung denn konkret ab?

Herr Straub: Typischerweise erreicht uns eine Beratungsanfrage mitsamt kurzer Schilderung des Sachverhalts über das Kontaktformular unserer Homepage. Am jeweiligen Vereinsstandort wird anschließend überprüft, inwiefern wir als studentische Rechtsberatung den Fall im Hinblick auf Arbeitsaufwand, Schwierigkeit und Streitwert übernehmen können. Nach einem ersten Treffen mit dem Mandanten, in dessen Rahmen üblicherweise der genaue Sachverhalt aufgenommen wird, wird der Fall dann von einem Team mit drei Beratern unter Anleitung eines Juristen aus unserem Vereinsbeirat weitergehend bearbeitet. Wir beschränken uns dabei regelmäßig nicht nur auf die Anfertigung eines umfassenden Rechtsgutachtens, sondern erstellen z.B. auch Schreiben an die Gegenseite.

I study WiWi: Herr Heide, in Ihrem Buch führen zwei Musterstudenten, Lisa und Max, durch die verschiedenen Rechtsfälle, die einem während eines Studentenlebens begegnen können – Studienfinanzierung, Mietmängel, Ärger in der WG, Vertragsfallen beim Fitnessstudio- oder Handyvertrag, Auslandsstudium oder Streaming – an welchen ganz besonderen Fall, den Sie betreut haben, können Sie sich erinnern?

Herr Heide: Grundsätzlich versuchen wir natürlich immer, unsere Fälle außergerichtlich zu lösen. In manchen Fällen, in denen trotz eindeutiger Rechtslage keine Einigung möglich ist, setzen wir allerdings auch Klageschriften an das zuständige Amtsgericht auf. So erst kürzlich, als Law&Legal-Berater aus Heidelberg und Tübingen für eine Studentin die Rückzahlung einer „Maklerprovision“, die zu Unrecht an den Vermieter und gleichzeitigen Inhaber der Maklerfirma gezahlt wurde, erstritten haben. Durch die ehrenamtliche Unterstützung eines Anwalts aus unserem Vereinsbeirat konnten wir letztlich vor dem Amtsgericht Tübingen in der mündlichen Verhandlung ein Anerkenntnisurteil erwirken: Der Vermieter hat den Anspruch unserer Mandantin vollständig anerkannt. Er muss also nun die gesamte „Provision“ in Höhe eines vierstelligen Betrags zurückzahlen und trägt sämtliche Kosten des Verfahrens.

I study WiWi: Und welche drei Fälle kommen am häufigsten vor?

Herr Löffelad: Uns erreichen sehr viele Anfragen zum Mietrecht, wenn z.B. der Vermieter der Studenten-WG plötzlich mit einer Mieterhöhung oder Kündigung droht. Oder aber unsere Mandanten finden Mängel in der Wohnung vor und fragen sich, welche Rechte (und Pflichten) sie nun haben. Mit Abstand am häufigsten haben unsere Mandanten aber Probleme nach dem Auszug, wenn der Vermieter trotz offensichtlich unwirksamer Klauseln Schönheitsreparaturen oder die Beseitigung von Mängeln verlangt und dann kurzerhand die volle Kaution einbehält. Hier haben wir für unsere Mandanten nicht selten die gesamte Kaution erstritten.  Daneben haben wir in den letzten Jahren an einigen unserer Standorte eine Refugee Law Clinic aufgebaut, in welcher wir Flüchtlinge im Bereich des Migrationsrechts beraten.

I study WiWi: Herr Kaltenmark, Herr Heide, Herr Straub und Herr Löffelad, vielen herzlichen Dank für das Gespräch!

Für alle, die jetzt neugierig auf den „Rechtsratgeber Studium“ geworden sind: Auf unserer Facebookseite verlosen wir 5 Exemplare. Schnell mitmachen und gewinnen! Viel Glück 🙂

 

Kaltenmark, Heide, Straub, Löffelad
Rechtsratgeber Studium
Von A wie Auslandsaufenthalt bis Z wie Zulassung

2017, 271 S., Broschiert,
ISBN 978-3-8487-3739-0
€ (D) 16,90

Über den Autor

Susanne Engstle Susanne Engstle ist für die Marketing- und Presse-Arbeit des UVK Verlagsgs in München zuständig.

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