Das Planen und Schreiben einer Hausarbeit und Seminararbeit

Eine Hausarbeit oder Seminararbeit zu schreiben, ist für viele Studierende eine Herausforderung. Vor allem, wenn es sich um die erste wissenschaftliche Arbeit handelt und man mit den erforderlichen Arbeitstechniken erst vertraut werden muss.

Im folgenden Artikel erhältst du eine Übersicht, welche Schritte auf dem Weg zu einer fertigen Hausarbeit oder Seminararbeit vonnöten sind. Dabei werden die Arbeitsschritte in zwei Bereiche unterteilt: die Planung und das Schreiben.

Wozu dienen Hausarbeiten oder Seminararbeiten?

Bei einer Hausarbeit oder Seminararbeit handelt es sich um eine wissenschaftliche Arbeit, die du im Rahmen einer Lehrveranstaltung (z. B. Proseminar, Seminar …) anfertigst. Ihr Umfang ist mit ca. 10-25 Seiten im Vergleich zu anderen wissenschaftlichen Studienarbeiten – Bachelorarbeit, Masterarbeit etc. – eher gering.

Seminararbeiten bzw. Hausarbeiten dienen dazu, dass du dir grundlegende wissenschaftliche Arbeitstechniken aneignest. Dabei handelt es sich beispielsweise um die Literaturrecherche, den korrekten Umgang mit Quellen (Zitation), die adäquate wissenschaftliche Auseinandersetzung mit einem gewählten Thema und um das Schreiben an sich.

Die Planung

Die Planung eines umfangreichen wissenschaftlichen Textes nimmt in der Regel viel Zeit in Anspruch. Eine gute Planung erleichtert und verkürzt jedoch den anschließenden Schreibprozess. Folgende Aspekte sind bei der Planung relevant: Themenfindung, Literaturrecherche sowie Strukturierung der Inhalte.

Themenfindung

Üblicherweise verfasst man eine Hausarbeit oder Seminararbeit im Rahmen einer Lehrveranstaltung. Das bedeutet, das gewählte Thema sollte einen Bezug zu den Lehrveranstaltungsinhalten aufweisen. In manchen Fällen werden die Themen von den Dozenten vorgegeben, du brauchst also nur das für dich interessanteste auswählen.

Sollte dein Dozent keine Themenvorschläge bringen, gehst du folgendermaßen vor: Verschaff dir einen Überblick über alle Inhalte und Schwerpunkte des Seminars. Wähle jenen Themenbereich, der dich am meisten interessiert. Überlege dir, ob es zu diesem Bereich noch ungeklärte Fragen gegeben hat. Außerdem kannst du beispielsweise Querverbindungen zwischen Themenbereichen oder einen Vergleich einzelner Aspekte zum Thema deiner Seminar- oder Hausarbeit machen.

Literaturrecherche

Sobald du ein Thema gefunden hast, beginnst du mit der Literaturrecherche. Du benötigst Fachtexte, die das gewählte Thema zum Inhalt haben und dir die Daten liefern, um deine eigene Argumentation zu untermauern. Konsultiere dazu zunächst Bibliothekskataloge (online oder vor Ort), Quellen- und Literaturangaben in Lexika bzw. fachspezifische Bibliografien. Dadurch bekommst du einen Überblick über alle relevanten Texte. Diese suchst du danach in Fachbibliotheken, in Fachzeitschriften oder im Internet. Achte auch unbedingt darauf, deinen Leseprozess genau zu dokumentieren. Wenn du nach der Literatursichtung vor einem Bücherberg stehst und nicht mehr weißt, was du gelesen hast, führt das häufig dazu, dass du doppelt lesen musst. Das zerstört jeden Zeitplan und kann zu Ungenauigkeiten beim Zitieren führen. Da heute bei jeder Hausarbeit an der Hochschule eine Plagiatsprüfung vorgenommen wird, kann das im schlimmsten Fall dazu führen, dass deine Arbeit als Plagiat wahrgenommen wird!

Stukturierung

Im Anschluss an die Literaturrecherche durchforstest du die Fachtexte nach relevanten Aussagen. Außerdem erstellst du eine erste Gliederung der für deine Hausarbeit oder Seminararbeit wichtigen Kapitel. So stellst du sicher, dass du die einzelnen Themenbereiche richtig gewichtest, den roten Faden beibehalten und effizient schreiben kannst.

Bei der ersten Gliederung handelt es sich noch um eine grobe Strukturierung. Diese passt du im Verlauf des Schreibens noch an. Sobald du diese erste Gliederung erstellt hast, ist es ratsam, einen Sprechstundentermin mit deinem Dozenten zu vereinbaren. Bei diesem Gespräch kannst du Deine Pläne besprechen und bekommst in vielen Fällen wertvolle Tipps für die weitere Vorgehensweise.

Das Schreiben einer Hausarbeit oder Seminararbeit

Nahezu jede wissenschaftliche Arbeit weist die Struktur Einleitung – Hauptteil – Schluss auf. Im Folgenden werden die Charakteristika dieser Teile kurz erläutert.

Einleitung
Die Einleitung dient dazu, dem Leser einen Überblick über das gewählte Thema sowie über die Vorgehensweise zu geben. Zunächst begründest du das Thema und stellst die Fragestellung vor. Dies bildet das Fundament für eine Hausarbeit oder Seminararbeit. Danach beantwortest du die Frage nach der gewählten Vorgehensweise.

In vielen Fällen ist es einfacher, die Einleitung nach dem Hauptteil zu schreiben, denn um eine prägnante Übersicht über eine Hausarbeit oder Seminararbeit zu geben, musst du bereits sehr genau wissen, was du im folgenden Hauptteil thematisieren wirst.

Hauptteil
Im Hauptteil widmest du dich den Fakten, Daten und Argumenten, die du für die Beantwortung deiner Forschungsfrage in Betracht ziehen musst. Abhängig von der Fachrichtung ist der Hauptteil in verschiedene Kapitel gegliedert, informiere dich daher über die für dich geltenden Konventionen.

Wesentliche Aspekte, die du beim Schreiben beachten solltest, sind: die Beibehaltung des roten Fadens, eine logische und nachvollziehbare Argumentation, ein wissenschaftlicher Sprachstil sowie Objektivität.

Schluss
Im Schlussteil wird die eingangs aufgestellte Forschungsfrage beantwortet. In diesem Zusammenhang werden auch die Inhalte des Hauptteiles nochmals zusammengefasst. Abgerundet wird dieser Teil durch einen Ausblick bzw. eine Prognose.

Vor der Abgabe

Bevor du deine Arbeit abgibst, solltest du sie idealerweise mindestens einen Tag „liegen lassen“.  Wenn du ein paar Tage oder Wochen an einem Text geschrieben hast, wirst du blind für das, was du geschrieben hast. Das bedeutet, dass du selbst offensichtliche Fehler, wie doppelte oder fehlende Wörter und Tippfehler in den Wörtern, nicht mehr erkennst, weil du mit dem Text so gut vertraut bist, dass du automatisch ergänzt, was nicht da ist usw. Wenn du dich dann wieder an die Bearbeitung machst, solltest du unbedingt an einem ausgedruckten Text arbeiten und nicht am Computer, weil du auf Papier viel mehr Fehler finden wirst, als am Bildschirm. Doch was ist mit den Fehlern, die nicht durch Schusseligkeit, sondern aus Unkenntnis entstanden sind? In diesem Fall ist es besser, wenn du das Korrekturlesen von anderen erledigen lässt. Wenn du Menschen in deinem Freundeskreis oder in deiner Familie hast, die mehr Wissen zu Grammatik und Rechtschreibung haben, zum wissenschaftlichen Schreibstil oder dazu, wie man einen Text strukturiert, ist das natürlich praktisch. Wenn das aber nicht der Fall ist, kannst du dir auch professionelle Hilfe beim Korrekturlesen deiner Seminararbeit holen.

Jetzt musst du nur noch die Korrekturen überprüfen, deine Arbeit ausdrucken und dann heißt es endlich – abgeben!

 

Über den Autor

Susanne Engstle Susanne Engstle ist für die Marketing- und Presse-Arbeit des UVK Verlags in München zuständig.

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