Mit Werbespot zum YouTube-Hit: Student Eugen Merher im Interview

Eugen Merher ist 26 Jahre alt und studiert Werberegie an der Filmhochschule in Ludwigsburg. Und er hat einen Hit auf YouTube gelandet mit mittlerweile über 11 Millionen Aufrufen. Im Interview haben wir mit ihm über seinen Werbespot „Break Free” gesprochen und wie es dazu kam.

2015, in seinem zweiten Studienjahr, drehte Eugen mit seinem Team als Semesterprojekt den Werbespot „Break free“ – eine Mischung aus „Einer flog übers Kuckucksnest“ und „Forrest Gump“, wie in den Nachrichten zu lesen ist.

Hallo Eugen, bevor wir uns näher mit deinem Video-Hit befassen: Erzähle uns doch bitte in vier, fünf kurzen Sätzen wer du bist, was du machst und wie es war, als du gemerkt hast, dass dein Film durch die Decke geht.

Hi, gerne! Also ich bin 26 Jahre alt und studiere an der Filmakademie Ludwigsburg im dritten Jahr Werberegie. Ursprünglich komme ich aus Moldawien und bin mit fünf Jahren nach Deutschland gezogen, betrachte mich eher als Schwabe. Bei unserem Studiengang produzieren wir jedes halbe Jahr einen Werbeclip. Diesen hier haben wir schon im Januar 2015 gestartet und später noch einmal die Musik ersetzt. Anfangs tauchte der Clip dann in einzelnen News auf, aber erst nach diversen Facebook-Postings – vor allem durch die Huffington Post – schossen die Views nach oben. Ich habe davon erfahren, als ich auf dem Weg zur Hochzeit meiner Cousine war und bin noch immer völlig baff. Aktuell verzeichnen wir über 11 Millionen Views und ich arbeite mich durch hunderte E-mails, das ist überwältigend.

Verständlich! Erzähle uns ein bisschen von „Break Free“. Wie entstand die Idee? Wovon genau handelt die Geschichte, die Du erzählst?

Sie handelt von einem Mann namens Karl, fast 80, der im Pflegeheim vor sich hin vegetiert und mit seinem Leben abgeschlossen hat. Dann entdeckt er seine alten Laufschuhe und diese wecken seinen Lebensgeist. Er will fliehen, wird zuerst von Pflegern immer wieder daran gehindert – durch die Hilfe seiner Mitbewohner schafft er es letztendlich. Inspiriert wurde ich von einem entfernten Verwandten, um die 80, der noch sehr jung im Kopf wirkte, sich für Aktuelles Interessierte und einfach „cool” war. Mittlerweile ist er leider verstorben. Oft wird unser Clip mit dem Dieter-Hallervorden-Film „Sein letztes Rennen” verglichen, was aber totaler Zufall ist. Ich habe den Film bis zum Ende unserer Produktion bewusst nicht angeschaut.

Viele der Schlagzeilen fokussieren sich auf die Ignoranz eines großen Sportartikelherstellers, den du im Clip erwähnst und dem du das Video geschickt hast. Stört dich das?

Eigentlich habe ich gar nicht damit gerechnet, dass sie reagieren. Ich meine, wir machen Werbefilme, die wir so oder so als Projekte für das Studium ansehen. Ich bin nicht besonders böse oder so. Man hat aber schon das Gefühl gehabt, es hat dort nicht die richtigen Leute erreicht. Ich finde es lustig, dass es viral so abgeht, in diesem David gegen Goliath Stil. Mich ärgert es eher, dass wir es nicht monetarisiert haben. Das wäre allerdings auch nicht im Einklang mit unserer Uni gewesen.

Wie finanzierst du dir dein Studium?

Meine Eltern unterstützen mich, wo sie können. Einen Teil verdiene ich mir außerdem durch sogenannte Drittmittelprojekte an meiner Uni, wofür wir Gage bekommen. Bei mir macht das pro Jahr einen Auftrag. Es gibt zudem noch Ideenwettbewerbe, wo die besten 5.000 Euro oder Ähnliches erhalten. So etwas kann mir in meinem Job sozusagen den Minijob ersetzen. Kommilitonen von mir greifen allerdings auch auf Nebenjobs zurück, bei mir läuft das eher abhängig von Aufträgen. Ich möchte eben flexibel bleiben.

Wir bedanken uns bei Eugen für das freundliche Gespräch und drücken ihm für die weitere Zukunft alle Daumen.

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Über den Autor

Susanne Engstle Susanne Engstle ist für die Marketing- und Presse-Arbeit der UVK Verlagsgesellschaft mbH im Redaktionsbüro München zuständig.

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