VWL in Madrid

Volkswirtschaftslehre ist nicht unbedingt das wichtigste Fach vieler BWL-Studenten. Das ist an der Europäischen Wirtschaftsakademie in Madrid nicht anders. Aber an der EWA VWL zu lehren, macht sehr viel Spaß! Warum? davon will ich hier berichten.

Die Europäische Wirtschaftsakademie kooperiert als ein der Universität Alcalá angeschlossenes Institut mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Sie bietet zweisprachigen Abiturienten ein dreijähriges praxisnahes betriebswirtschaftliches Studium mit dem folgenden Doppelabschluss an:

  • Bachelor of Arts (B.A.) mit 210 ECTS der Dualen Hochschule Baden-Württemberg
  • Grado in Management in Industry der Universidad de Alcalá

Das Studium wird ausschließlich von den Mitgliedsfirmen der Europäischen Wirtschaftsakademie finanziert. Diese wählen die Kandidaten vor Beginn des Studiums aus, um Ihnen anschließend einen Studienplatz anzubieten, sowie die Ausbildung im Unternehmen. Der Erfolg dieser gemeinsamen Zusammenarbeit spiegelt sich in der hohen Übernahmequote von über 80% wider.

Seit nunmehr etwa 15 Jahren komme ich fast jedes Jahr nach Madrid, um hier zwischen 15 und 20 Studenten und Studentinnen volkswirtschaftliches Denken, ökonomische Methoden sowie mikroökonomisches und Wettbewerbsfachwissen nahe zu bringen. Für eine Diskurs orientierte und interaktive Lehre sorgen die engagierten Studenten und die kleine Semestergröße. Dies und die Attraktivität der Stadt Madrid führen dazu, dass der Lehrauftrag zu einer Herzensangelegenheit für mich geworden ist. Auch nutze ich hier die Gelegenheit, meinen beiden Ansprechpartnern an der EWA – Harald Jansen (Leitung) und Eva Lamor (Sekretariat) – meinen Dank und meinen Respekt vor Ihrer Leistung auszusprechen.

Shop-WunderDie EWA liegt nördlich vom Stadtkern, sehr nahe am „Nordbahnhof“ Chamartin. So kann man sich stets überlegen, ob man sich ein Hotel im Herzen Madrids sucht und täglich in den Norden pendelt (meine Empfehlung: Hotel Moderno direkt am Sol) oder aber in Hochschulnähe übernachtet und zum Sightseeing ins Zentrum fährt (meine verkehrsgünstige Empfehlung: Hotel Chamartin).

In Madrid gibt es tausende Restaurants und Bars- mehr als in ganz Skandinavien zusammen – heißt es in reiseführern. Empfehlenswert sind die Restaurants, die sich nicht an Touristen richten. Ich kann und will keine TOP-10-Liste mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten nennen, das kann jeder Reiseführer besser. Was mich an der Stadt fasziniert, ist die enorme Dynamik (Bau, Verkehr, Ideenreichtum), die reichhaltige Kunstorientierung (Mäzene haben hier unglaubliche Museen erreichten lassen), die Lebensfreude und die gut organisierte Spontaneität.

Leider haben sich die ökonomischen Rahmenbedingungen in Spanien in jüngster Vergangenheit schlecht entwickelt. In Madrid drückt sich dies in vermehrten Demonstrationen und Streiks, in geringeren Metro-Fahrfrequenzen, in sichtbaren Geschäftsaufgaben (auch in der Innenstadt) und in sichtbarer Armut auf den Straßen aus. Bleibt für die Spanier zu hoffen, dass diese Entwicklung bald eine Trendwende erfährt.

Über den Autor

Jürgen Schechler Dr. Jürgen Schechler ist Programmleiter Wirtschaftswissenschaften. Er leitet das Redaktionsbüro von UVK Lucius in München für die UVK Verlagsgesellschaft mbH.

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