Studieren in Edinburgh

Spätestens nachdem man einen Blick aus dem Flugzeug wirft, wird es einem klar: Die Gerüchte über das Wetter in Goßbritannien sind wahr. Es mag nicht ständig regnen jedoch sollte man stets die hohe Volatilität des Wetters während eines Tages bedenken.

von Julian Kohl

Jedoch bietet Edinburgh eine faszinierende und fast mittelalterlich wirkende Landschaft, die mich nun nach zwei Monaten Aufenthalt immer noch beeindrucken. Vor allem bei Nacht kann man auf diversen Aussichtsorten die Stadt und ihr Charisma genießen. Dabei fällt einem der etwas altertümliche Geruch der Stadt auf, der den Eindruck in einer längst vergangenen Zeit zu sein bekräftigt. Als Tourist kann man auch nicht wirklich sagen wo man anfangen soll Bilder zu machen, da letztendlich alle Gebäude in Zentrumsnähe und Umgebung äußerst beeindruckend sind.

Das ist jedoch nicht alles was die Stadt einem Studenten zu bieten hat.

Unzählige Pubs, Bars und Restaurants mit einheimischem Speis und Trank verstärken den interessanten Eindruck einer Stadt zwischen der Moderne und der Tradition. Verbunden mit modernen Clubs und Discos hat man als Student die Qual der Wahl.

In Summe, Student oder nicht, ist die Stadt Edinburgh ein Muss auf jeder Reiseliste.

Das tägliche Leben eines Studenten zeigt einem aber auch die nicht so schönen Seiten Edinburghs. Oft mag man gehört haben, dass Briten sehr viel trinken können, was sich am Wochenende schnell zeigen kann. Für Kontinentaleuropäer, wie die Briten zu sagen pflegen, sind die ersten Wochen zugleich ein kleiner Kulturschock. Es wurde in einem Student Guide der University of Edinburgh auch angeraten nachts lediglich in Gruppen oder via Taxi heim zu fahren, jedoch habe ich das persönlich bisher nicht so notwendig empfunden.

Was jedoch sicher ist, man kann auf unzähligen Veranstaltungen und Parties der University of Edinburgh viel Spaß haben und die anderen Studenten schnell kennenlernen. Es ist zum Teil sogar eine herzlichere Atmosphäre unter den internationalen Studenten, als es mancher an deutschen Universitäten gewohnt ist. Dies hat zur Folge, dass man sehr schnell Anschluss findet.

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Das Studium selbst, in meinem Fall an der University of Edinburgh Business School, ist eine interessante Erfahrung. Es ist zum Teil deutlich mehr auf anwendungsorientiertes Lernen bezogen als an deutschen Hochschulen, was beinhaltet, dass man die entsprechend notwendigen Tools und Softwareprogramme nicht nur kennenlernt, sondern auch explizit in den berufsbezogenen Disziplinien in Tutorials und Assignments anwendet. Dies mag eines der großen stärken britischer Universitäten sein, was jedoch nicht bedeutet, dass sich deutsche Hochschulen verstecken müssen. Meiner Ansicht nach haben sowohl deutsche wie auch britische Universitäten ihre Vor- und Nachteile.

Es wird auch gerne behauptet, dass der Workload an britischen Unis höher sei als in Deutschland. Meiner Ansicht nach hängt das von jedem selbst ab. Es mag sein, dass man mehr Gruppenarbeiten und Präsentationen hat als an deutschen Unis, jedoch ist der Schwierigkeitsgrad sehr gut zu bewältigen.

Jeder Student, der sich überlegt im Ausland zu studieren, macht sich zunächst auch Gedanken über die finanzielle Realisation des Projektes. Tatsächlich sind die britischen Studiengebühren, verglichen zu den deutschen Studiengebühren, extrem hoch. Grundsätzlich kann man als Faustformel nehmen: „Umso besser das Ranking und die Karriereperspektive eines Studienprogrammes, desto höher die Gebühren“. Dies passt jedoch nicht immer, was Nachforschungen unabdingbar machen um keine Fehlinvestition zu tätigen bzw. um Enttäuschung zu vermeiden.

Die Range der Studiengebühren bewegt sich (indikativ) zwischen 3.000 GBP und 30.000 GBP.

Die Lebenshaltungskosten in Edinburgh sind definitv höher als es mancher Student aus Deutschland gewohnt ist. Für ein Zimmer kann man zwischen 300 GBP und 450 GBP pro Monat rechnen, wobei private Studentenwohnheime bis zu 600 GBP pro Monat verlangen. Meine Empfehlung, um die Kosten zu senken, ist es vorab Termine für Besichtigungen von Wohnungen zu vereinbaren (mit diversen Agents) und zunächst ein paar Tage im Hostel zu verbringen. Auf diese Weise kann man extrem schnell kostengünstige und qualitativ hochwertige Wohnungen finden. Die sonstigen Lebenshaltungskosten liegen bei ca. 600 GBP pro Monat. In Summe sollten ca. 1000 GBP das Überleben als Student sichern, jedoch nicht das Leben eines Königs.

Als Fazit kann ich nur sagen, dass man das Abenteuer ruhig wagen sollte in Edinburgh zu studieren. Die Universitäten sind sehr anerkannt, die Erfahrung mit Studenten aus aller Welt und die neue kulturelle Erfahrung machen das Studium in Edinburgh äußerst empfehlenswert.

Über den Autor

Julian Kohl

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